Ungeschminkt

Foto: Bettina Zumstein
Foto: Bettina Zumstein

Ungeschminkt, echt und authentisch. Ja, so will ich leben. So will ich mein zukünftiges Leben verbringen.

Als ich mich vor ein paar Wochen auf den Aufruf von Bettina Zumstein (www.bettina-zumstein.ch) gemeldet habe, die Frauen ungeschminkt fotografiert, wusste ich noch nicht so genau, weshalb ich mich von diesem Projekt so angezogen fühlte. Nun weiss ich es: Ungeschminkt, echt, authentisch, nach Wahrheit strebend, möchte ich meinen Weg gehen. Alle Masken fallen lassen, damit ich mich so zeigen kann, wie ich wirklich bin und wie ich gemeint bin: Manchmal stark, manchmal schwach und verletzlich. Manchmal traurig, manchmal fröhlich. Manchmal mutlos, manchmal voller Zuversicht. Manchmal laut, manchmal leise. Manchmal trotzig, manchmal wieder ganz umgänglich. Manchmal ernst, manchmal kindisch. Manchmal stur, manchmal wieder butterweich. Manchmal voller Angst und Sorgen, manchmal total unbeschwert. Ja, so will ich sein. Ich will ALLES sein. Und ich will mich deshalb nicht verstellen oder sogar verstecken. Ich will nicht immer wieder eine Maske anziehen, weil mir ein Teil von mir nicht gefällt. Ich will mich auch nicht vor der Familie und der Gesellschaft verstellen oder zurückhalten. Nein, ich will aussprechen, was ich fühle. Ich will mich zeigen mit all meinen Stärken und Schwächen. Ich will sein, wie ich bin.

Doch da ich all die vergangenen Jahre immer diese Masken getragen habe, ich mich so gut dahinter verstecken konnte, fällt es mir jetzt umso schwerer, mich wirklich nackt zu zeigen. Mein Herz und meine Seele aber lechzen danach, echt und authentisch sein zu dürfen. Sie führen mich immer wieder an verschiedene Herausforderungen heran. Manchmal schaffe ich es gut, meine Wahrheit auszusprechen und danach zu handeln. Manchmal jedoch falle ich wieder in mein altes Muster zurück und will mir eine dieser Masken anziehen. Die Masken, die da heissen: „Sei lieb und nett zu allen, dann haben dich die anderen lieb.“, „Fall bloss nicht auf, bleib unauffällig.“, „Sag bloss nichts, was den anderen verärgern könnte.“, „Mach es immer gleich, so bist du vor bösen Überraschungen sicher.“, „Fall bloss nicht aus dem gewohnten Rahmen, es könnten dich die anderen ausgrenzen.“, „Sprich deine Wahrheit besser nicht aus, du weisst nicht, was dann werden könnte. Sprich, was die anderen hören wollen. Sicher ist sicher.“

Ja, diese Masken haben mich mein ganzes Leben begleitet, wahrscheinlich auch so einige Leben davor. Aber haben sie mich wirklich glücklich gemacht? Haben sie mir wirklich die grosse Liebe gebracht, die ich mir immer gewünscht habe? Ist mein Herz wirklich erfüllt, wenn ich mit diesen Masken lebe? Nein, wenn ich ganz ehrlich zu mir bin, haben sie mir dies alles gar nicht gebracht. Was sie mir gebracht haben, ist ein lauwarmes Leben: Nicht zu unglücklich, aber auch nicht zu glücklich. Nicht so sehr unerfüllt, aber auch nicht total erfüllt. Nicht so lieblos, aber auch nicht voller Liebe.

Nun ist die Zeit wirklich gekommen, um das Leben nicht mehr lauwarm zu leben, sondern heiss. Aus dem Vollen schöpfen, mich dem Leben voll hingeben, mit allem, was da kommen mag. Nicht mehr angepasst sein, sondern nach meiner eigenen Wahrheit leben. Authentisch sein, wahrhaftig, echt. Ohne Masken, ohne Absicherung. Rein ins pralle Leben. Komme was wolle.

Einfach: Ungeschminkt und echt! ❤

(Danke, Bettina, für dieses wunderbare Projekt. Wir sind ungeschminkt am Allerschönsten. :-))

Von Herzen, Bernarda

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