Sterben um zu leben

Bild: pixabay
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Man muss sterben um wirklich leben zu können. Man muss den Akt des Sterbens verstehen, um zu wissen, was Leben bedeutet.

Diese Erfahrung habe ich auch schon gemacht, aber noch nie habe ich es so intensiv erfahren wie vor ein paar Wochen. Dabei geht es nicht um den physischen Tod, sondern um den Tod im übertragenen Sinne. Ich durfte die Erfahrung machen (und ich schreibe explizit „durfte“, weil es eine Gnade ist, dies zu erfahren), dass in dem Moment, in dem ich all das loslassen konnte, was aus meiner Sicht hätte sein sollen, ein Raum aufging. Es entstand ein Raum, in dem alles, wirklich ALLES, sein konnte.

Doch wie habe ich das getan? Was war der Anlass? Ich stand wieder einmal ohnmächtig vor einer Situation. Ich sah in der Beziehung zu meinem Partner keinen gemeinsamen Weg mehr. Ich dachte, wenn er nur seine Schritte machen würde, würde sich diese Situation entspannen und ich könnte wieder super glücklich mit ihm sein. Aber nein, er wollte und konnte diese Schritte nicht machen (zum grossen Glück für uns beide). Er spürte, dass die Zeit nicht reif war. Ich verstand ihn, meinte aber im gleichen Moment, dass dann so unser Weg nicht mehr gemeinsam weitergehen könne. Ich fühlte mich in dieser Situation soooo hilflos und ohnmächtig.

Im gleichen Moment spürte ich in mir aber sehr genau, dass dies ein Wendepunkt ist. Ein Wendepunkt in meinem Leben. Denn ich hatte ziemlich genaue Vorstellungen, wie unsere Beziehung funktionieren sollte. Aber anscheinend sollte unsere Beziehung so nicht weitergehen.

So beschloss ich, loszulassen. Ich legte alle Gedanken, wie etwas sein sollte, beiseite. Ich sprach mit meinen Engeln und Geistführern und bat sie, mir doch bitte bei diesem schmerzhaften Prozess zu helfen. Ich gab jeden Widerstand auf. Ich gab auch die Beziehung zu meinem Freund auf, indem ich sagte, ok, wenn wir zusammen gehören, dann wird es weitergehen und sonst soll es nicht sein. Denn ich habe die ganz tiefe Überzeugung, dass, wenn ich etwas loslasse oder mir etwas genommen wird, etwas noch viel Grösseres zu mir kommen will. Etwas, das mir und meiner Seele noch viel mehr dient.

So starb ich dann einen kleinen Tod, in dem ich total losliess. Dieses Sterben dauerte höchstens ein paar Stunden. Ich ging durch diesen dunklen Tunnel, dieser Tunnel, der keine Hoffnung in sich trug. Aber dann kam das Licht. Das Licht der Erkenntnis. Ich sah, dass es das grösste Geschenk meines Freundes an mich war, dass er bei sich und seiner Überzeugung geblieben war. Dass er sich nicht für mich verbogen hatte, wie auch ich mich nicht für ihn verbiegen will. Denn auf einmal zeichneten sich Lösungen ab für unseren weiteren gemeinsamen Weg. Ich bekam ein Buch in die Hände (welcher Zufall!), das mir so viele Wege präsentierte. Es war ein riesengrosses Geschenk. Denn ich sah, dass das Universum (oder Gott, oder die Engel) mir genau dieses Buch schicken wollte, das mir so viel gibt. Hätte mein Freund sich für mich verbogen und etwas getan, das er gar nicht wollte, wäre dies nie geschehen. Wäre ich aus der Beziehung geflohen, was mein erster Impuls war, wäre dies auch nie geschehen. Und hätte ich in diesem hoffnungslosen, schmerzhaften Moment nicht beschlossen, alles aufzugeben, um zu „sterben“, hätte ich dieses Licht, dieses Wunder, dieses Geschenk nie gesehen.

Ja, unsere Beziehung hat in diesem Moment eine Wende erfahren. Unsere Beziehung ist noch ehrlicher, noch wahrhaftiger, noch tiefer geworden. Nie hätte ich gedacht, dass dies möglich ist. Aber: Es ist ALLES möglich. ALLES. Manchmal braucht es dieses Aufgeben, dieses Sterben, dieses Nichts-mehr-wollen, um noch stärker zu werden, noch authentischer, noch klarer.

In der Astrologie steht Pluto für diesen Sterbeprozess. Er steht auch für dieses riesengrosse Gefühl der Ohnmacht. Ich habe die Erfahrung mit verschiedenen Menschen und ihren Horoskopen gemacht, dass in dem Bereich des Horoskopes, in dem Pluto steht, genau dieses Ohnmachtsgefühl oft sehr stark vorherrscht. Dies kann der Bereich der Arbeit sein, der Familie, des eigenen Denkens. Es kann sein, dass man in der Öffentlichkeit oder im Freundeskreis mit Ohnmacht und Hilflosigkeit konfrontiert wird, aber auch bei sich selber mit dem eigenen Körper oder mit den eigenen Gefühlen. (Bei mir steht Pluto im Beziehungshaus, also im Bereich der Partnerschaft. Wen wunderts? ;-))

In diesen Lebensbereichen geht es darum, alle alten Überzeugungen, alle alten Muster und Prägungen, alles Was-immer-so-war, alle alten Denkmuster, jegliche Kontrolle, wirklich alles loszulassen, damit der Mensch aus der Ohnmacht in seine eigene Macht kommen kann. Damit er dort all die Wunder und Geschenke in Empfang nehmen kann, wenn er denn wirklich bereit ist, loszulassen (oder eben zu sterben). Dann kann der Mensch sein Leben wirklich leben. Altes muss sterben, damit das Neue Platz hat.

Man muss sterben um zu leben. ❤

Von Herzen

Bernarda

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